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Kirche zu Wiederau

Geschichtliches

Die Kirche in Wiederau wurde um ca. 1200 erbaut, wahrscheinlich als Missionskirche zur gleichen Zeit wie die Kirchen der Nachbarorte Topfseifersdorf und Claußnitz, im Auftrag des Klosters Zschillen (jetzt Wechselburg). Der Ort Wiederau wurde im Jahre 1174 in Unterlagen des Klosters Zschillen erstmalig erwähnt. Von Anbeginn war das Haus eine röm.-katholische Kirche. Zur Reformationszeit wurde sie zur evangelisch-lutherischen Kirche.

 

 

Angaben zum Kirchgebäude

Nähert man sich dem Ort Wiederau, fällt der Kirchturm mit einer Höhe von 41,36 m als Erstes auf. Das Areal liegt ca. 250 m über NN in der Dorfmitte auf einer kleinen Anhöhe an einem Südhang.

 

 

Der Kirchenraum

Betritt man die Kirche durch das Südportal (Drachenportal), gelangt man in das lichtdurchflutete Kirchenschiff, welches sich westwärts vom Turm erstreckt. Die Saalkirche wurde in dieser Form 1848 bis 1850er- bzw. angebaut. In den 21 Bankreihen und den beiderseitigen 2 Emporen finden mehrere hundert Gäste Platz. Über dem Altar, in der Mitte der Wand, befindet sich die Kanzel, Gegenüber in der Mitte steht die 150-jährige Orgel in der 1. Empore. Der gesamte Raum der Saalkirche wurde 1950 grundlegend renoviert und in den letzten Jahren hat sie vielfältige Erhaltungsmaßnahmen und Ergänzungen erfahren.

 

 

Altar

Früher stand ein Flügelaltar (16. Jh.) in der heutigen „Winterkirche“. Nach dem Kirchenbau 1850 erhielt der neue Chorraum den Altar aus Rochlitzer Porphyr im Jahre 1891 zusammen mit der Kanzel aus Eichenholz.

 

 

Taufstein und Taufengel

Über den ältesten Taufstein ist nichts bekannt. 1595 wurde ein Kessel von einem Rochitzer Kupferschmied geliefert. Der Taufstein aus Rochlitzer Porphyr wurde 1660 angeschafft, beim Umbau 1850 entfernt und dann von Prof. Dr. Pfau wieder entdeckt. Am 29. März 1836 erhielt er seinen jetzigen Platz mit Weihe und Taufe des Pastors Töchterlein. 1850 wurde zur Kirchenweihe ein Gusseiserner Taufstein vom Eisenwerk Lauchhammer mit eingeweiht.

 

In den 1990 Jahren wurde der Taufengel aus dem Jahre 1719 in der Kirche wieder aufgestellt.

 

 

Orgel

1689 wurde die erste Orgel beschafft und 1719 bei Umbauarbeiten umgesetzt. Die jetzige Orgel der Firma Kreutzbach aus Borna bei Leipzig wurde 1851 eingebaut und am 9. Juli geweiht. Am 2. Mai 1918 wurden 78 zinnerne Orgelpfeifen beschlagnahmt (1919 ersetzt). 2000 erfolgte eine notwendige Generalreparatur. Finanziert auch durch viele Spenden. Technische Daten: 30 Register, 2019 Pfeifen, 2 Manuale, 1 Pedal

 

 
Sankt-Pankratius-Kapelle

Durch die rechte kleine Tür gelangt man in den ältesten Teil des Gotteshauses. Der Chorraum erhielt im 16. Jh. Das gotische Kreuzgewölbe. Mit sehr viel Mühe, Fleiß und vielfältiger Unterstützung sowie großem finanziellen Aufwand erstrahlt der Raum in seiner jetzigen Pracht.

 

Die Pankratius-Kapelle wurde am 20. September 2009 geweiht und dient als „Winterkirche“ und für andere Veranstaltungen wie: Ausstellungen, Buchlesungen, Diskussions- und Themenveranstaltungen.

 

(Pankratius, einer der drei „Eisheiligen“, wurde als Märtyrer enthauptet, heiliggesprochen für seinen standhaften Glauben; er steht für den Schutz der jungen Saat und Blüten.)

 

 

Kirchturm und Kirchenuhr

Der Kirchturm entstand Ende des 14. Jahrhunderts. Er wurde mehrfach verändert, auch nach Blitzeinschlägen (1537) und Brandkatastrophen. 1722 erhielt der Turm eine Fahne mit dem Schönburgischen Wappen. 1933 wurde der größte Teil mit Kupfer gedeckt. In den 1990er Jahren wurde die Spitze mit Kupfer gedeckt, sowie die Kugel, Wetterfahne und Stern vergoldet aufgesetzt. Seit 1565 besitzt die Kirche eine Uhr. Die jetzige, es ist die vierte, wurde nach 1907 eingebaut und hat je 1 Zifferblatt nach Süd und Nord. Der Gastwirt Franz Aurich hat dafür damals 1500 Markt gestiftet.

 

 

Die Glocken

Große Glocke    1100 kg   125 cm Durchmesser    1536 Gußjahr

Mittlere Glocke   520 kg     96 cm Durchmesser    1966 Gußjahr

Taufglocke          120 kg     55 cm Durchmesser    1531 Gußjahr

 

Die mittlere Glocke erlitt 1594 einen Sprung, wurde 2mal umgegossen und 1894 ausgebessert. Im 1. Weltkrieg (16. Juli 1917) wurde sie auf dem Turm zerschlagen, 1921 wurde in Erfurt eine neue gegossen.

 

1940 sind alle Glocken beschlagnahmt wurden. Die Glocke von 1921 wurde wieder zerschlagen; die Taufglocke beschlagnahmt und abgebaut. Sie überstand die Kriegszeit in der Elbe in Hamburg. 1948 kam sie zurück. 1977 erfolgte die Elektrifizierung des Geläuts.

 

 
Die Portale

Das romanische Südportal hat Ähnlichkeit mit dem Nordportal der Wechselburger Basilika und der Goldenen Pforte des Doms zu Freiberg. Das Drachenportal befindet sich seit dem Kirchenanbau 1850 an dieser Stelle.Der Drache als heidnisches Symbol soll teuflische Mächte fernhalten.

 

Das Nordtor mit gotischem Spi8tzbogen geht auf das Jahr 1519 zurück.

 

Die Kirche ist umgeben vom Friedhof. In unmittelbarer Nähe befindet sich ein weiterer Friedhof mit Trauerhalle. Gegenüber der Kirche steht das Pfarrgebäude mit Büro, Gemeindesaal, Jugendräumen, Kinderkirche (Mäusenest), Begegnungsräumen und Wohnungen.

 

 

Glockengeläut…

Ist mehr als Heimatklang. Seit alters laden Glocken ein zu Gebet, Gottesdienst und Andacht. Sie läuten zu Hochzeiten, Taufen, Jubiläen, Trauerfeiern, zu Neujahr oder wenn endlich Frieden ist.

 

 

Das Geläut der Dorfkirche Wiederau

Elisabeth – Gott ist Fülle – „Fest-/Sterbeglocke“  Bronzeglocke von 1536 -

„SIT NOMEN DOMINI BENEDICTUM EX HOC NUNC ET USQUE in S(A)ECULUM ANNO DOMINI MDXXXVI“

Zu Deutsch: „Der Name des Herrn sei gepriesen jetzt und bis in Ewigkeit. Im Jahr des Herrn 1536“

1100 kg

 

Sophia – Weisheit- „Gebetsglocke“ Bronzeglocke von 1970

„Soli Deo Gloria“

zu Deutsch: „Gott allein zur Ehre“

520 kg

 

Nathanael – Gottes Geschenk – „Taufglocke“ Bronzeglocke von 1531

„IN AETERNUM MANET DOMINI IMMUTABILE VERBUM 1531“

zu Deutsch „ In Ewigkeit bleibt das unbewegliche Wort des Herrn„ (Taufglocke)

120 kg