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Aus der Kirchengeschichte dvon Topfseifersdorf

Von den Anfängen

Das Heidentum mit seinen Götzendiensten hielt sich in unserer Gegend bis ins 8. Jh. Nach Christus. Im Jahr 719 erhielt der hl. Bonifatius aus dem südlichen Wessex (England) vom Papst Gregor d. II. den Auftrag, das Christentum durch Predigt und Taufe in Deutschland zu verbreiten. Ihm schlossen sich viele Begleiter aus seiner Heimat an und einer von ihnen war Ludeger, der bis in die Rochlitzer Gegend vordrang. Hier soll Ludeger bei dem Dorfe Zschauitz eine Leonardskirche, auch „Leonards-Kapelle“ genannt, gegründet haben. Zur gleichen Zeit soll durch einen Grafen von Käfernburg aus dem Thüringer Land eine Kirche zu Seelitz errichtet worden sein. In dieser Zeit haben sich also schon große Pfarrsprengel herausgebildet, die auch Urpfarrein genannt werden. In der Literatur wird Seelitz bei Rochlitz als eine solche Urpfarrei erwähnt. Später, im 11. Jh., hat die deutsche Kolonisation zwei neue Arten von Kirchspielen entstehen lassen. Einmal war dies die Ortspfarrei und zum anderen die Herrschaftspfarrei. Die Ortspfarrei verkörperte den Grundsatz, dass jede Gemeinde zugleich eine Kirchgemeinde sei und die Kirche hatte von Anfang an ihren festen Platz in der Mitte dieser Dorfgemeinde. Um das Jahr 1150 entstanden viele hundert Dorfkirchen in Sachsen und noch heute lassen sich weit mehr als zweihundert romanische Kirchbauten hier nachweisen und viele von ihnen stehen noch in ihrer alten Gestalt.

 

 

Kirchbau

Genaue Angaben zur Errichtung der Kirche Topfseifersdorf sind nicht bekannt.

Der Heimatforscher Prof. Dr. C. Pfau aus Rochlitz war sich durch seine historischen Studien sicher, dass die Kirchen der Orte Claußnitz, Wiederau und Topfseifersdorf zur gleichen Zeit gebaut wurden wie die Stiftskirche zum Kloster Zschillen in Wechselburg. (Aus alten Kirchenschriften geht hervor, dass Graf Dedo im Jahr 1190 starb und zu dieser Zeit der Bau der Stiftskirche weitestgehend vollendet war.)

 

Die Topfseifersdorfer Kirche wurde ursprünglich im romanischen Stil in den Jahren 1160 – 1180 errichtet. Der Kirchturm in seiner heutigen Ausführung als Dachreiter, wurde 1585 fertig gestellt.

Der Altar, der heiligste Ort in einer Kirche, wurde zunächst durch einen einfachen Tisch gebildet. Im Zuge der Verehrung von Märtyrern und Heiligen und dem darauf basierendem Reliquienkult, entstanden vermutlich die ersten Altaraufsätze. Sie waren als Brüstung und Rückwand für Reliquare und Reliquienschreine gedacht und erhielten auch eine malerische und plastische Ausgestaltung. Seit dem 14. Jh. sicherte man diese Schreine durch Türen (Flügel) und schmückte die Innenseiten der Flügel analog dem Schrein. Die Hoch-Zeit des Flügelaltarretabels lag nach der Mitte des 15. Jh.

 

Bekannt ist, dass die Topfseifers-dorfer Kirche mit einem solchen Flügelaltarretabel um 1400 ausgestattet war. Der zweite Flügelaltar wurde 1520 von Wolf von Haugwitz aus Thalheim gestiftet. Sein Schöpfer ist unbekannt – vielleicht aus Freiberg oder – wahrscheinlicher – aus Zwickau.

Im Jahr 1865 wurde die Kirche ein weiteres Mal umgebaut, wobei sich das romanische Erscheinungsbild entscheidend veränderte. Das im Altarraum befindliche Kreuzgewölbe und die Gruftanlage mit den darüber liegenden Richter- und Herrensitzen wurden entfernt, um mehr Platz zu schaffen. Zur Verbesserung der Lichtverhältnisse wurde die zweite Empore entfernt und an der Westseite fünf große Fenster eingesetzt. Die drei im Ostgiebel vorhandenen schmalen, hohen Fenster wurden zugemauert und hier wurde die Sakristei angebaut. Zu dieser Zeit hat man auch die beiden Altäre zugunsten eines Kanzelaltars entfernt.

 

1825 wurde in Sachsen der „Königlich Sächsische Verein für die Erforschung und Erhaltung vaterländischer Geschichts- und Kunstdenkmale“ gegründet. Neben der Pflege der Denkmäler vor Ort, folgte bald die Bergung verschiedenster Zeugnisse älteren Kulturgutes durch diesen Verein. Die so zusammengetragenen Plastiken aus Kirchen und anderer Kulturorte wurden seit 1841 im Erdgeschoß des Palais des Großen Garten Dresden öffentlich präsentiert. Im Zuge der o.g. Umbauten 1865 in der Topfseifersdorfer Kirche wurde der ältere Altar, das um 1400 entstandene Altarretabel, hierher nach Dresden gebracht. Er gilt als einer der ältesten Schreine eines Altarretabels in Sachsen.

 

Ursprünglich ergänzten Flügel mit Malereien, die Szenen aus dem Marienleben und dem Leben Jesu wiedergeben, den kostbar in Gold und Silber schimmernden Schrein. In einer zentral lokalisierten Nische befindet sich die Marienfigur mit dem Kind. Diese Plastik wird dem so genannten „Schönen Stil“ zugeordnet.

 

Durch das Bombardement am 13. Februar 1945 auf Dresden brannte das Palais im Großen Garten aus und mit ihm, bis auf einen geringen Rest, wichtige Zeugnisse mittelalterlichen Kunstschaffens in Sachsen. Seid dem Ende des 2. Weltkrieges beherbergt die Skulpturensammlung der „Staatlichen Kunstsammlungen Dresden“ die erhalten gebliebenen Plastiken; dazu gehört das „Topfseifersdorfer Altarretabel“. Diese Plastiken sind in einer erneuten Repräsentation – im Rahmen einer Dauerausstellung auf der Albrechtsburg in Meißen zu sehen. Hier hat das „Topfseifersdorfer Altarretabel“ seinen Platz in der Eingangshalle am kleinen Wendelstein.

 

Der Flügelaltar von 1520 wurde bis 1963 in der Sakristei aufbewahrt.

 

Durch das Bemühen des Ortschronisten und damaligen Kirchvorstehers, Johannes Vogel, wurde der Altar zur Restaurierung nach Dresden gebracht und nach 16-jähriger Restaurierungsarbeit zum Kirchweihfest 1979 in der Kirche wieder aufgestellt. Die Kreuzigungsgruppe war erst 1983 fertig gestellt und an den Altar gesetzt. Ursprünglich war die Gruppe von einem Baldachin überdacht, durch eine eingezogene Decke war der Altarraum dafür nicht mehr hoch genug.

Eine besondere Geschichte tragen die Glocken der Kirche mit sich.

Die große Glocke ist 1100 Kilogramm schwer. Sie wurde 1522 mit einer lateinischen Inschrift gegossen:

 

„Der Name des Herrn sei gelobt jetzt und in Ewigkeit“.

Gestiftet wurde sie von Herrn Wolf von Haugwitz aus Thalheim.

 

Die zweite Glocke, die 650 Kilogramm schwer ist, wurde 1519 gegossen mit dem Bild der Maria mit dem Kind und einigen Heiligen.

 

Die kleine Glocke, die 300 kg schwer war, wurde 1659 umgegossen.

Sie trug die Inschrift: „Durch das Feuer bin ich geflossen, Georg Schessler hat mich gegossen.“

 

1916 erhielt die Kirche einen neuen Glockenstuhl von der Firma Franz Schilling und Söhne / Apolda. Im Jahr 1917 wurde sie vom Staat eingezogen und fiel dem ersten Weltkrieg zum Opfer. Die Kirche wurde mit einem Betrag von 1.067,65 Mark für die Glocke entschädigt. Großes Glück hatte man in Topfseifersdorf dagegen mit der aus dem Jahre 1522 stammenden Glocke. So mussten im 2. Weltkrieg alle Glocken bis Mai 1940 zur Ablieferung gemeldet werden. Vom Landesgutachter wurde wegen des hohen Altertumswertes dagegen Einspruch erhoben. Trotzdem wurde die große 1100 kg schwere Glocke 1942 abgenommen und abtransportiert. Laut Befehl durften die 100 ältesten Glocken jedoch nicht zerstört und eingeschmolzen werden. So bekam die Kirchgemeinde Topfseifersdorf selbige 1948 zurück. Bekannt ist, dass sich die Glocke, bevor sie 1948 nach Topfseifersdorf zurückkam, in Bahrenfeld bei Hamburg befand. Ein Glockenspezialist aus Apolda hatte sie an alter Stelle wieder montiert.

Im Jahr 1771 beschaffte der Pfarrer Christian Friedrich Greif die erste Orgel für die Topfseifersdorfer Kirche. 1891 wird diese Orgel durch eine neue der Firma Schmeißer Rochlitz ersetzt.

 

Weitere bauliche Veränderungen:

1893 - im so genannten Pfarrpächterhaus wird die große Stube eingebaut

1895 - Kirchdach und Turm werden mit Schiefern neu gedeckt

1896 - neue Turmuhr von Zachariä – Leipzig gefertigt und montiert

1898/99 - das alte Pfarrhaus wird teilweise instand gesetzt

1904 - wird für Pfarre und Schule eine Wasserröhrenleitung gelegt

1912/13 - wird eine elektrische Kirchheizung und eine elektrische Beleuchtungsanlage in der Kirche, der Pfarrwohnung und im Konfirmandenzimmer (Jugendheim) an das Elektrizitätswerk Mittweida angeschlossen.

 

 

 

Aus Kirchenbüchern ist zu entnehmen, dass durch den Herrn Superintendenten zu Penig, M. Johannes Scheubner, ein neuer Taufstein angeschafft wurde. Gefertigt hatte ihn der Rochlitzer Steinhauer David Babst aus Rochlitzer Porphyr. Er ist mit dem kursächsischen Wappen und der Innenschrift W. H. V. S(chönburg) 1601 versehen. Später wurde er mit weißer Farbe übertüncht.

 

Weitere Stifter waren: Hanna Sophie verwitwete Richter Meisel zu Zschoppelshain, die der Kirche ein vergoldetes Kruzifix, zinnerne Abendmahlskannen und ein zinnernes Taufbecken geschenkt hat. Christian Heinrich Weller zu Niederthalheim vermachte der Kirche 50 Taler zur Anschaffung von Kirchengeräten.

Zwei Grabplatten

An der rechten und linken Seite des Altares ist jeweils eine Grabplatte, die senkrecht ins Mauerwerk eingelassen sind. Vor dem Altar stehend, auf der linken Seite befindet sich die Grabplatte mit der ionischen Pilasterrahmung, deren ursprüngliche Farbigkeit übertüncht wurde. Auf ihn bezieht sich die im Fries rechts oben dargestellte Jahreszahl 1558 mit der sehr beschädigten, teilweise zerstörten Unterschrift mit dem Wappen des Stifters Johannes (von Haugwitz), letzter designierender Bischof von Meißen.

In den 90iger Jahren übersetzten Herr und Frau von Haugwitz aus Hamburg die lateinische Innenschrift wie folgt:

 

„Der Hochwürdige, angesehene Vater in Christo und Herr Dr. Johannes IX, der 44. Bischof der Diozese von Meißen hat dieses Denkmal erstellt im Pflichtgefühl gegen seine Eltern, welche ihre Kinder rundum (im Schmerz) geliebet haben in ihren der Frömigkeit und höchsten Gewissenhaftigkeit.

Rechts vom Altar ebenfalls aus Sandstein, die Grabplatte mit dem Bildnis eines stehenden Ritters. Das Standbild hat folgende Inschrift: „Anno 1571 den 25. December ist in Gott verschieden der gestrenge edle und ernveste Herr Rauschendorf cue Dobsyferschdorf. Dem Gotte Genade. Seines Alters im 30. Jar.“

 

Die Grabplatte ist aus Sandsstein, mit der gerüsteten Figur und dem Wappen des Christof von Rauschendorf, gest. 1571.

Innenschrift der Mauer

Nach Christi unseres lieben Herren Geburt 1533 den 27. Juni ist von dieser Welt abgeschieden der gestrenge und ehreneheste Wolf von Haugwitz zu Dalheim des Sehle der barmherzige Gott wollte gnädig zu sein geruhen. Amen

 

Von 1539 bis 1933 hatte die Topfseifersdorfer Kirchgemeinde eine eigene Pfarrstelle.

Aus der Pfarrerfolge ist ersichtlich, dass der Pfarrer Karl Eduard Sonntag, geb. 1864 in Wernsdorf der letzte eigenständige Pfarrer war. Sein Grab befindet sich unmittelbar am Kirchgengemäuer und zu seinem Gedenken wurde ein Grabstein in Form eines Porphyrkreuzes an der Topfseifersdorfer Kirche aufgestellt.

 

1868 wurde für die evangelisch-lutherische Kirche des Königreichs Sachsen eine Kirchenvorstands- und Synodalordnung geschaffen, nach der Kirchenvorstände zu bilden waren.

 

1903 wurde für Topfseifersdorf der erste Kirchenvorstand gegründet, ihm gehörten Gustav Becker und Emil Thalheim an.

1539 Grünnler, Johann

1540 Stolze, Hermann

1554 Wendler, Andreas

1558 Wagner, Martin

156? Richter, Valentin

1570 Hofmann, Martin

1595 Raufft, Jakob

1605 Geißler, Gregor

1614 Hoch, Martin

1615 Flemming, Abraham

1628 Zephel, Martin

1641 Stürz, David

1643 Scheubner, Abraham

1670 Scheubner, Gottfried

1715 Löscher, Martin Benjamin

1716 Krenkel, Johann

1732 Werner, Gotthilf

1735 Harrbach, Gottlob Friedrich

1745 Bermann, Christian Nicolaus

1765 Greif, Christian Friedrich

1780 Bermann Christian Heinrich

1815 Hertel, Heinrich Michael

1817 Opel, Christian Friedrich

1822 Stöckardt, Ernst Albert Heinrich Christian

1859 Zinzmann, Gotthelf Friedrich

1862 Held, Wilhelm Lorenz Konrad

1887 Vieweg, Bruno Georg

1902 Fischer, Karl Georg

1925 Sonntag, Karl-Eduard

1933 keine eigene Pfarrstelle für Topfseifersdorf - Schwesterkirche von Frankenau

geb. 1489 Pausa

geb. 1500 Mainz

geb. 1526 Oelsnitz

aus Penig

geb. 1530 Chemnitz

geb. 1547 Werdau

geb. 1572 Penig

geb. 1572 Penig

geb. 1580 Penig

geb. 1583 Lichtenstein

geb. 1600 Karlsbad

geb. 1610 Glauchau

geb. 1598 Penig

geb. 1641 Taura

geb. 1678 Rabenstein

geb. 1674 Topfseifersdorf

geb. 1700 Nord-Dodeleben b. Halberstadt

geb. 1707 St. Egidien

geb. 1714 Schönfeld

geb. 1735 Mittweida

geb. 1747 Topfseifersdorf

geb. 1789 Berga

geb. 1761 Eisleben

geb. 1793 Wien

geb. 1824 Lunzenau

geb. 1820 Waldenburg

geb. 1854 Glauchau

geb. 1863 Chemnitz

geb. 1864 Wernsdorf

 

 

In der Aufstellung der Pfarrer finden wir im Jahr 1615 den Namen Abraham Flemming. Ihm muss besondere Aufmerksamkeit gewidmet werden. Sein, im Jahre 1609 geborener Sohn Paul Flemming, war ein bedeutender Dichter im 17. Jahrhundert.

 

Paul Flemming wurde am 05.10.1609 als Sohn des Schulmeisters Abraham Fleming geboren. Der Vater arbeitete als Hof- und Stadtdiakon in Hartenstein.

Er betrachtete seine Stellung aber nur als Sprungbrett in eine Pfarrstelle. So bewarb er sich 1615 für die Pfarrstelle in Topfseifersdorf.

 

Die Arbeit in der Landpfarrstelle war aber beschwerlich. In Topfseifersdorf traf man auf einen mehr als 400 Jahre alten Pfarrhof mit 17 ha Acker, welche zu bewirtschaften waren, um die Einkünfte der Pfarrstelle zu sichern. Die landwirtschaftlichen Arbeiten wurden über den Dingstuhl geregelt. Dies bedeutete, daß Bauern der örtlichen Gemeinde die Feldarbeiten des Pfarrhofes zu erledigen hatten.

 

Als Schulmeister wirkte in Topfseifersdorf ein schon seit 35 Jahren im Amt wirkender Lehrer, der den hochintelligenten Paul Fleming wenig lehren konnte. Alle Dorfkinder wurden in einem Raum gleichzeitig von ihm unterrichtet. Am 21.02.1616 starb Pauls geliebte Mutter. Er war damals Erstklässler und 7 Jahre alt. Das Grab der Mutter lag nur wenige Meter von der Pfarrhaustür entfernt. An ihrem Grab war er täglich. Der Vater suchte schnell einen Mutterersatz für Paul und sein 3 Jahre jüngere Schwester Sabina. Vater Abraham heiratete noch im selben Jahr die Witwe eines ehemaligen Mittweidaer Amtsbruders, Ursula, geb. Zehler.

 

Der Vater schickte den kleinen Jungen nach Mittweida zur Lateinschule, damit dem wiss begierigen und aufgeweckten Jungen eine bessere Bildung ermöglicht werden konnte. Zu warmer Jahreszeit legte Paul den beschwerlichen Schulweg von Topfseifersdorf entlang des Viehweges zu Fuß hin und zurück. Es ist bekannt, daß Paul im Winter in Pension des Lateinlehrers Flieher wohnte. Später verließ der junge Fleming die Mittweidaer Lateinschule, um an der Thomasschule in Leipzig sein Wissen fortzusetzen. Anschließend studierte er an der Leipziger Universität Rhetorik, Dialektik, Philosophie, Poetik und Medizin.

 

Am 23. August 1622 verfaßte Fleming einen Brief an seinen Vater nach Topfseifersdorf, in welchem er seinen Vater bittet, ihn zu besuchen und dabei „doch ein paar schue, döpflein butter und ein wenig käse, samt den gebundenen concertis mit herunter zu bringen, das wir etwas lustiges daraus singen mögen“.

 

Zu damaliger Zeit wurde die Butter mit viel Salz haltbar gemacht. Vor dem Verzehr mußte das Salz mit sehr viel Wasser wieder aus der Butter geknetet werden. Käse wurde getrocknet und wieder aufgeweicht.

 

Abraham Fleming ging als Schloß- und Ortsgeistlicher im Juli 1628 zur Schönburgischen Grafschaft nach Wechselburg. Dort wurde sein Sohn Paul als 22jähriger zum „Lorbeerbekränzten Dichter“ gekrönt und am 02. Mai 1632 zum Magister erhoben.

 

Paul Fleming starb am 02. April 1640 gerade 31jährig. Er wurde in der Gruft der Hamburger Unternehmerfamilie Niehusen in der Katharinenkirche beigesetzt. Eine Gedenktafel erinnert hier an den sächsischen Liederdichter.

 

Seine Lieder, Gedichte und Reisebeschreibungen machten Paul Fleming zu einem großen Lyriker des 17. Jahrhunderts. Sein tiefes Gottvertrauen kommt besonders in seinem wohl bekanntesten Werk „In allen meinen Taten“ zum Ausdruck:

 

In allen meinen Taten lass ich den Höchsten raten,

der alles kann und hat. Er muß zu allen Dingen,

solls anders wohl gelingen, mir selber geben Rat und Tat.

1992 wurde durch einige Bürger des Ortes Topfseifersdorf der Wunsch nach einer Gedenkstätte für Paul Flemming geäußert. Dieses Vorhaben fand die Zustimmung vieler Bürger sowie vom ehemaligen Bürgermeister des Ortes Herrn Ehrhard Vogel, vom Ortschronisten Herrn Johannes Vogel, der ehemaligen Schulleiterin Frau Inge Hartmann und Herrn Harald Wermann. Der Bildhauer Manfred Kaiser aus Geringswalde hatte eine entsprechende Gedenktafel aus Rochlitzer Porphyr geschaffen. Sie fand ihren Platz im Juni 1995 am Pfarrhaus der ehemaligen Wohnstätte des Paul Flemming.

 

Ab 1933 hatte Topfseifersdorf keine eigenständige Ortspfarrei mehr. 1964 folgte die Berufung des Pfarrers Günter Lorenz für die Gemeinden Frankenau und Topfseifersdorf. Dieses Amt führte er bis 1980 aus. 1981 wurde er zum Dienst nach Hainichen berufen.

 

Im Jahr 1969 wurde u.a. der Kirchturm saniert. Pfr. Lorenz verfaßte für die Turmkugel einen kurzen zeitgeschichtlichen Abriß.

Über die Bauarbeiten

In diesem Jahr erhielt die Gemeinde die Genehmigung und das Material über den Rat des Kreises Rochlitz, Turm und Dach der Kirche Topfseifersdorf umzudenken. Nach mühevollem Einrüsten unter der Leitung des Dachdeckermeisters Walter Franke aus Wiederau mit seinen Gesellen Peter Matz und Klaus Günther und Herrn Dachdeckermeister Klaus Berndix aus Leipzig mit seinen Leuten Geselle Uwe Kunze, Manfred Backofen, Wolfgang Keller konnte am 16. September 1969 die Kugel abgenommen werden.

Die Kassette und Papiere waren durch Witterungseinflüsse stark beschädigt und unleserlich. Außerdem fand sich ein Schiefer mit der Rufschrift: „Ernst Nestler, Schieferdecker Königshain d. 10. Oktober 1895“. In den Schiefer eingeritzt war schwach leserlich: „ … Georges 1941 gefangen“.

 

Die Windfahne, die die Jahreszahl 1836 trägt, war schon einige Jahre herunter gebrochen. Die Zinkblechschürze trug die Rufschrift: “Bruno Liebers, Klempner Topfseifersdorf d. 10.10.1895“.

 

Die Arbeiten gingen zügig voran. Das wunderschöne Herbstwetter war ein besonderes Geschenk. Herr Klempnermeister Knorr, Mittweida, fertigte aus Kupferrohr ein 1,5 Meter hohes Kreuz, das über die Kugel montiert wird.

 

Die Vergoldungsarbeiten wurden von Herrn Malermeister Gerhard Baumann, Leipzig ausgeführt. Herr Klempnermeister Karl-Friedrich Eckart, Wiederau fertigte die Schürze und leitete Montage von Kugel und Kreuz. Weiterhin werden die Zinkblecharbeiten an den Schalllöchern der Glockenstube, an der Uhr, an den Dachrinnen etc. von Herrn Klempnermeister Eckart durchgeführt, mit Herrn Eckart arbeitete der Klempner Johannes Liebernich.

 

Die Schmiedearbeiten führte Herr Schmiedemeister Willy Unger aus Zschoppelshain aus, dessen Großvater bereits als Schmied eiserne Ringe um die Turmspitze legte. Die Arbeiten an der Turmspitze zur Befestigung von Kugel und Kreuz sowie für die Dachdecker-Ausstiegsleiter etc. wurden von Pfarrer Lorenz getätigt. Pfarrer Lorenz war vor seinem Theologiestudium Kraftfahrzeugschlosser.

 

Der Malergeselle Siegfried Pogau aus Winkeln übernahm kostenlos das Streichen des Dachkastens am Turm. Die Blitzschutzarbeiten führte die Produktionsgenossenschaft des Dachdeckerhandwerkes Rochlitz, vertreten durch Herrn Christian Heidrich und Roland Ignor durch. Der Blitzschutzgraben um die Kirche wurde von Gemeindegliedern zum Teil im freiwilligen Arbeitseinsatz aufgegraben und wieder zugeschüttet.

 

Am 24. Oktober 1969 konnte, nachdem Pfarrer Lorenz am Abend vorher Kreuz und Kugel von Leipzig geholt hatte, beides montiert werden. Beratend war tätig der Baupfleger des Kirchenbezirkes Leipzig, Herr Dipl.-Ing. Pasch. Die Gemeinde kann die Baukosten von ca. 30.000 Mark nicht allein aufbringen. Das Landeskirchenamt stellte 8000 Mark und das Bezirkskirchenamt 3000 Mark zur Verfügung.

 

Über die Kirchgemeinde

1969 hat die Kirchgemeinde Topfseifersdorf eine Seelenzahl von 730. Zu dem Kirchspiel Topfseifersdorf gehören ein Teil von Thalheim, Zschoppelshain und Winkeln. Topfseifersdorf ist seit 1932 Schwestern-gemeinde von Frankenau. Beide Kirchgemeinden werden von einem Pfarrer versorgt, der in Frankenau wohnt. 1969 wurden bis zur Montage der Kugel folgende Kasualien in Topfseifersdorf gehalten: 3 Taufen, 2 Konfirmanden konfirmiert, keine Trauung, neun Beerdigungen. Die durchschnittliche Gottesdienst-besucherzahl beträgt 26 Personen.

 

Zum Kirchenvorstand gehören folgende Gemeindeglieder: Vorsitzender Herr Pfarrer Lorenz, Stellv. Vorsitzender Herr Erich Nebauer Topfsei-fersdorf, weiter Herr Horst Kühn und Herr Johannes Vogel aus Topf- seifersdorf, aus Thalheim Frau Gertrud Poppitz, aus Zschoppelshain Herr Kurt Donner, aus Winkeln Frau Elisabeth Stange, Herr Kurt Wagner, Herr Martin Köhler. Herr Vogel hat sich sehr eingehend mit der Ortsgeschichte von Topfseifersdorf befasst. Die Bauzeit der Kirche ist unbekannt, sie wird angenommen um 1168, wie die Basilika.

 

Ein wertvoller Schnitzaltar aus dem Jahre 1520 (gestiftet von Wolf von Haugwitz – wahrscheinlich der Großvater des letzten katholischen Bischofs von Meißen) befindet sich zur Zeit in Dresden im Amt für Denkmalspflege. Der Altar soll nach der Restauration wieder in der Kirche aufgestellt werden. Von einem noch älteren Schnitzaltar, der leider verloren gegangen ist, befindet sich die „schönste Madonna Sachsens“ in Meißen im Museum der Albrechtsburg. Die Glocken stammen aus dem Jahr 1522. 1865 ist die Kirche völlig umgebaut worden.

 

Zwei alte Zeichnungen weisen Gewölbedecke im Altarraum auf und zeigen drei schmale Spitzbogenfenster im Ostgiebel.

 

Über unsere Zeit

Die Kirchenältesten unserer Gemeinde haben bewegte Zeiten erlebt. Vom Kaiserdeutschland über den 1. Weltkrieg, die Inflation, Revolution, der Zeit des Nationalsozialismus, dem 2. Weltkrieg mit der grausamen Judenverfolgung in Deutschland bis hin zu dem geteilten Deutschland unserer Tage.

 

Die Grenze zwischen beiden Teilen Deutschlands wir von östlicher Seite scharf bewacht, durch Minenfelder, Stacheldraht etc. befestigt. Quer durch die Stadt Berlin verläuft eine Betonmauer. Viele Flüchtlinge vom Osten nach dem Westen wurden schon auf der Flucht erschossen.

 

Der östliche Teil Deutschlands hat sich vom Sozialismus zum Kommunismus entwickelt, der ganz stark von Atheismus geprägt ist. Neben der Heiligen Taufe steht die sozialistische Namensweihe, neben der christlichen Konfirmation die sozialistische Jugendweihe. Gottesdienste können noch ungestört gehalten werden. Die Religionsfreiheit ist nach der Verfassung garantiert. Die Trennung von der Kirche wird aber in vielen Fällen besonders bei Lehrern, Erziehern sowie Offizieren der Volksarmee zur Bedingung gemacht. Ebenso werden bei Qualifizierungslehrgängen z.B. zur Meisterprüfung Christen unter Druck gesetzt, ihre Kinder der sozialistischen, heidnischen Namens- oder Jugendweihe zu unterziehen.

 

Ein besonderes Problem unserer Tage ist die Zeit. Die Zeit will nicht mehr zulangen. Die Menschen sind stark angespannt. Wir erleben einen gewaltigen technischen und wissenschaftlichen Aufschwung. 1969 betraten erstmals zwei Amerikaner, sie waren Christen, den Mond.

 

Die Landwirtschaft ist verstaatlicht und zu Produktionsgenossenschaften zusammengeschlossen.

 

Beide deutsche Statten, die Deutsche Demokratische Republik um Osten und die Deutsche Bundesrepublik im Westen, haben sich weit auseinander gelebt.

 

Gott, unser Herr, schütze dieses Haus, unsere Gemeinde. ER bleibe bei uns und stärke uns durch Wort und Sakrament.

Über dem Jahre 1969 steht das Psalmwort:

 
Des Herrn Wort ist wahrhaftig und was ER zusagt, das hält ER gewiß.

Ps. 33,4

Amen     Gez. Günter Lorenz Pfarrer

 

Im Februar 1984 übernahm Pfarrer Bernd Schieritz die Pfarrstelle für die Kirchgemeinde Frankenau und Topfseifersdorf. In seiner Amtsperiode wurden verschiedene Bau- und Werterhaltungsarbeiten an den Kirchen und den kircheigenen Gebäuden beider Orte vorgenommen. Ein Gemeinderaum, eine neue Heizungsanlage, ein Sanitärtrakt wurden durch die Mithilfe der Kirchgemeinde geschaffen.

 

1990 erfolgten Kirchenvorstandswahlen. Vorsitzender wird Dieter Matties. Weitere Mitglieder sind Karin Wermann, Hannelore Eulitz, Matthias Heinig, Christa Andreas und Joachim Bonitz.

1992 erfolgten Instandsetzungsarbeiten an den teilweise baufälligen Friedhofsmauern durch ABM-Mitarbeiter (Arbeitskräfte über das Arbeitsamt).

 

1995 erhielt die Kirchgemeinde grünes Licht für den Abriss der alten Sakristei und deren Neuaufbau.

Sie litt unter schweren Senkungserscheinungen. Das nötige Geld wurde von der eigenen Kirchgemeinde vom Landesdenkmalamt, Landeskirche und Spenden aufgebracht.

 

 

Neuwahl des Kirchenvorstandes 1996

(v.links) Joachim Bonitz, Pfr. Bernd Schieritz, Dieter Matties, Matthias Heinig, Karin Wermann, Hannelore Eulitz, Christa Andreas.

Aufgrund einer Strukturreform in der sächsischen Landeskirche bildeten die Kirchgemeinden Frankenau, Seelitz und Topfseifersdorf im Jahre 2000 ein Schwesternkirchverhältnis.

 

Die Kirchgemeinden blieben dabei selbständig mit einem eigenen Kirchenvorstand, teilen sich aber den Pfarrer, Kantor und Kirchkassenverwalter.

 

In diesem Jahr wird Pfarrer Schieritz nach 16-jähriger Tätigkeit in eine andere Kirchgemeinde versetzt. Der Seelitzer Pfarrer, Gilbert Peikert, übernimmt als Pfarramtsleiter die Kirchgemeinden.

 

 

Die Strukturreform bedeutet einen tiefen Einschnitt in das Leben der Kirchgemeinden. Erst allmählich wachsen die Gemeinden zusammen und lernen zusammenzuarbeiten. Der Gottesdienstbesuch könnte besser sein. Es ist nicht selbstverständlich, in eine andere Kirche zu gehen, wenn im Ort am jeweiligen Sonntag kein Gottesdienst angeboten wird. In der Regel ist jede Woche in Seelitz Gottesdienst und alle zwei Wochen in Frankenau und Topfseifersdorf um 9.30 Uh r. Die Frauendienste werden zusammengelegt. Sie heißen jetzt Bibelstunden. Aber gelingt schlecht, neue Gemeindeglieder für die monatlichen Stunden zu werben. Ein einziger Mann wagt sich unter die Frauen….

 

Mit Frau Schreier und Peter Matz können 2003 zwei Mitarbeiter über eine Fördermaßnahme des Arbeitsamtes Rochlitz für fünf Jahre angestellt werden. Frau Schreier besucht regelmäßig alte und kranke Gemeindeglieder.

 

Peter Matz widmet sich vor allem der Kinder- und Jugendarbeit, speziell den baulichen Maßnahmen. Er trägt die Hauptlast bei der Umsetzung verschiedener Projekt. 2003 – 2004 wird die alte Pfarrscheune zu einer „Jugendscheune“ umgebaut. Dabei entsteht wie nebenbei ein kleines Museum. Die Scheune gibt Einblicke, wie Menschen früher gelebt haben.

Ein zweites Projekt ist der Ausbau eines alten Bauwagens für eine offene Kinder- und Jugendarbeit. Es ist angedacht, diesen Bauwagen auch in anderen Dörfern zum Einsatz kommen zu lassen. Mit Strom- und Wasser-anschluß, einem Holzofen, Kleinküche, Technik, Spielen, Musik-instrumenten entsteht ein brauchbares mobiles Jugendzimmer.

 

Leider gelingt es sehr schlecht, angedachte Projekte umzusetzen.

Viele Jugendliche verlassen die Dörfer, ziehen wegen ihrer Ausbildung oder wegen eines Arbeitsplatzes in die Städte oder in die alten Bundesländer.  Man merkt es auch an der Gemeindestatistik. Erstmals sinkt die Gemeindegliederzahl im Jahr 2006 unter 300 Gemeindeglieder für Topfseifersdorf.

 

Dennoch ist die Arbeit in den Dörfern nicht hoffnungslos. Die Neuwahl des Kirchenvorstandes 2002 bringt neuen Schwung und viele neue Aufgaben. Der Vorsitzende heißt jetzt Matthias Heinig.

 

 

Der neue Kirchenvorstand seit 2002: oben links Karin Thurm; rechts: Dieter Matties, Hannelore Eulitz, Karin Wermann, Matthias Heinig, Pfr. Gilbert Peikert, Michael Schmidt, Anita Göschel (fehlt)

Im Laufe der Jahre wird baulich wieder vieles in Angriff genommen. Mit Fördermitteln kann das Dach des Pfarrhauses saniert werden.

 

Nach einem Sturmschaden wird 2007 auch der Kirchturm erneuert und teilweise neu mit Schiefer eingedeckt. Die alte Feierhalle wird saniert und neu mit Schiefer gedeckt. Finanziell lebt die Kirchgemeinde immer am Rande des Möglichen und Vertretbaren. Aber immer wieder geschehen Wunder, können Rechnungen und Ausgaben bezahlt werden.

Oben: Dachsanierung Pfarrhaus durch die Firma Franke, Königshain

Unten: Beseitigung des Sturmschadens, das neu vergoldete Kreuz mit Turmkugel (Peter Funke aus Beedeln in luftiger Höhe), Spendenaktion für den Eigenanteil

Bereits 2004 bildet sich nach vielen Jahren wieder eine Junge Gemeinde, die ihr Domizil in der alten Pfarrscheune aufschlägt. Sie wird zunächst von Markus Geyer, einem Praktikanten für ein Jahr geleitet.

 

2006 kommt es zur Anstellung eines Diakons, Matthias Schnabel. Zusammen mit seiner Familie wohnt er jetzt im Pfarrhaus Topfseifersdorf.

 

 

Er ist für alle drei Kirchgemeinden für die Kinder- und Jugendarbeit teilangestellt und verantwortet daneben auch Religionsunterricht am Rochlitzer Gymnasium. Die junge Diakonenfamilie entwickelt viele Ideen, um mit Kindern, Jugendlichen und jungen Familien zu arbeiten. Das ist hoffnungsvoll.

 

 

Gerade in Topfseifersdorf leben jetzt wieder viele junge Familien mit Nachwuchs, die ihre Kinder taufen lassen und den Kontakt zur Kirche suchen. Familiengottesdienste, offene Rüstzeitangebote, Kinderbibeltage, Krabbelkreistreffen und vieles mehr bieten gute Möglichkeiten, junge Menschen wieder in die Kirchgemeinde zu integrieren.

2006 ist auch das Jahr, in dem in den Kirchgemeinden das Kinderabendmahl eingeführt wird. Der Konfirmationsunterricht findet schon längst nicht mehr in dem traditionellen Rahmen des Konfirmandenunterrichtes statt. „Konficlub“ heißt es jetzt.

Die Konfirmanden der 7. und 8. Klasse treffen sich monatlich in Seelitz und arbeiten über ein gemeinsames, lebensnahes Thema.

 

Der Sonntag ist geprägt durch einen gemeinsam gestalteten Gottesdienst. Die Konfirmanden lernen früh, Verantwortung zu übernehmen. Sie werden sprachfähig in Bezug auf Glaubensfragen und lernen, selbstbewußt ihre Meinung zu vertreten.

Die Zusammenarbeit mit der Kommune Königshain-Wiederau gestaltet sich sehr gut. Bürgermeister Voigt, Bauamtsleiter Vogel und andere Mitarbeiter sind offen für eine Zusammenarbeit und bieten immer wieder praktische Hilfe an.

 

Seit vielen Jahren ist die Kirchgemeinde beim Dorffest mit einem Gottesdienst vertreten. Immer wieder wagt sich die Gemeinde auch vor und bietet Gottesdienste außerhalb der Kirche an. Schon zur Tradition geworden ist der Himmelfahrtsgottesdienst an der Saubrücke. Einige Male konnte auch der Erntedankgottesdienst in Zschoppelshain auf dem Friedemannhof gefeiert werden. Das alles ist nicht ganz konfliktfrei, denn um neue Wege in der Kirchgemeindearbeit gehen zu können, müssen erst Vorurteile überwunden, Verständnis muß gewonnen werden.

 

2006 verantwortet die Kirchgemeinde eine große Evangelisation mit Lutz Scheufler unter dem Motto „Achtung Liebe“. Viele Helfer engagieren sich. Und viele Vereine und Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens können für die Veranstaltungen geworben werden. Im Juni 2007 findet das gemeinsame Kirchgemeindefest als Wandergottesdienst statt. Auf dem Kühnhof in Topfseifersdorf findet ein Erntebittgottesdienst statt, an dem sich über 150 Menschen beteiligen. Eine gute und ermutigende Aktion, die auch viele Gemeindeglieder von Seelitz und Frankenau verbindet.

 

Aber alle diese Aktionen kosten viel Kraft und ersetzen nicht die tagtägliche Arbeit mit den Menschen. Es bleibt eine immer wieder neu Herausforderung, die Menschen in ihrer Situation, mit ihren Problemen und Lebensfragen zu erreichen. Oftmals reicht die Kraft nicht aus. Noch sind es zu wenige, die erkannt haben, daß man selber etwas tun muß, um die schwierigen Verhältnisse in schwierigen Zeiten zu verändern.

 

Das Jahr 2008 wird viele Veränderungen bringen. Frau Schreier und Peter Matz werden in den Ruhestand gehen. Es ist völlig unklar wie die vielfältigen Aufgaben dann weitergeführt werden können.

 

Am 14.09.2008 stehen wieder Kirchenvorstandswahlen ins Haus. Wieder ist die Kirchgemeinde auf der Suche nach Menschen, die sich für die verantwortungsvolle Aufgabe zur Verfügung stellen, damit die Kirchgemeindearbeit in den Dörfern weitergehen kann, damit Menschen auch weiterhin Orientierung und Lebenshilfe finden.

Quellen:

Geschichte Mittelalter B. v. Blaschke

 

Ausarbeitung Ortschronist Johannes Vogel

 

Der Altar – Niederschrift zur Ausstellung

Mittelalterliche Skulpturen

 

Instandsetzung – Kirchbuch – Ephorie Rochlitz

In Archiv Mittweida

 

„Bau- und Kirchliche Kunstdenkmäler“ des KR Sachsen

Dresden 1890 Dr. R. Steche

 

Niederschrift v. Alfred Georgie – hinterlegt

Im Kreisarchiv Wechselburg

 

Zeitzeugenbefragung Frau Christa Andreas

 

Zeitungsartikel „Freie Presse“

 

„Sächsisches Pfarrbuch“

Die Parochien und Pfarrer der evang.-luth. Landeskirche Sachsen

(1539 – 1939)